Karlsruhe: Die Stadt des Rechts


Der „Gang nach Karlsruhe“ bedeutet normalerweise: Vor einem der vielen Gerichte der Stadt für sein Recht zu streiten. Nicht so in der vergangenen Woche – da wurde aus dem sprichwörtlichen Gang nach Karlsruhe eine lehrreiche Exkursion durch die Stadt des Rechts. Ein Bericht mit Bildern von Caitlin W., TGI-E.

Am Donnerstag, den 9. Juli ist die TGI-E zu einer Stadtrundtour nach Karlsruhe aufgebrochen. Gemeinsam mit Herrn Heger ging es um 8 Uhr an der Schule los zur Haltestelle von der aus wir mit der Bahn nach Karlsruhe fuhren. Nach der ersten Stunde durften wir vor dem Rathaus eine kurze Präsentation eines Klassenkameraden über die sogenannte Fächerstadt und die Entstehung ihres Namens anhören bevor wir noch etwa Zeit für uns hatten.

Präsentation am Rathaus

Um kurz vor 10 Uhr machten wir uns auf den Weg zu Touristeninformation. Dort trafen wir Dr. Peter Jacob, der früher als Richter am Verwaltungsgericht gearbeitet hatte und an diesem Tag unsere Führung übernahm. Los ging es auf dem Marktplatz, auf welchem wir erfuhren, dass der heutige Rathausturm früher ein Gefängnisturm war. Dieser steht heute allerdings in der Hildastraße. Ein ebenso interessanter Fakt war, dass die heutige Polizeistation in der Innenstadt früher als Sammelstelle für Juden genutzt wurde um diese in Konzentrationslage zu bringen.

Marktplatz und Pyramide im Hintergrund

Als Nächste ging es zum Platz der Grundrechte, an welchem wir die Geschichte der 25 dort stehenden Tafeln erfuhren. Uns wurden außerdem allgemeine Informationen über die Menschen- und Grundrechte erzählt.

Von dort aus gingen wir zum Schlosspark. In diesem steht das Modell der Karlsruher Stadtanlage welches wir uns näher angesehen haben. Als spannenden Fakt erfuhren wir, das dort, wo heute das Bundesverfassungsgericht steht, früher das Großherzogliche Hoftheater stand, welches allerdings vom Krieg zerstört und deswegen abgerissen wurde.

Miniatur der Innenstadt

Zu diesem Gebäude führte uns unser Weg anschließend. Das Bundesverfassungsgericht ist das höchste Gericht Deutschlands. Es entscheidet über Fragen, die das Grundgesetz betreffen. Insgesamt arbeiten dort 16 Richterinnen und Richter, die jeweils von zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern unterstützt werden.

Park vor dem BVfG

Die darauffolgende Station war ein Gedenkstein, der an das Attentat der RAF in der Hans-Thoma-Straße erinnern soll. Bei diesem wurden am 7. April 1997 der damalige Generalbundesanwalt, sein Fahrer und der Leiter der Fahrbereitschaft von der Roten Armee Fraktion (RAF) ermordet.

Beim Gedenkstein für das RAF-Attentat
Beim Gedenkstein für das RAF-Attentat

Auf dem Rückweg besuchten wir die städtische Bibliothek. Dort ging es um das erste Parlament, von welchem ebenfalls eine Miniaturabbildung vor Ort zu sehen war.

Miniatur vom Parlament in der Stadtbibliothek

Zu guter Letzt führte uns unser Weg, kurz vor 12 Uhr, zum Eingang des Bundesgerichtshofs (BGH). Vor diesem gab es noch ein paar letzte allgemeine Infos, bevor wir uns von unserem Tourführer verabschiedeten. Bevor wir gemeinsam den Heimweg antraten, hatten wir Schülerinnen und Schüler noch einmal eine halbe Stunde Mittagspause. Danach ging es zum Bahnhof und mit der Bahn zurück zur Schule, an der wir um halb zwei wieder eintrafen. Mit fast 10.000 Schritten, fertig vom Tag und voller neuem Wissen verabschiedeten wir uns.