Erasmus-Austausch in Poprad
Erasmus+ in Poprad: Eine Woche Technik, Digitalisierung und Tatra-Panorama
Neun Schülerinnen und Schüler des Technischen Gymnasiums der BNS1 haben im Rahmen vom Austauschprogramm Erasmus+ eine Woche an unserer Partnerschule in Poprad in der Ostslowakei verbracht – am Fuß der Hohen Tatra, in einer Region mit langer Industrie- und Bergbautradition.
Tage 1 und 2: Ankommen in Poprad und Schule auf Slowakisch
Nach über 13 Stunden Bahnfahrt sind wir abends in Poprad angekommen – müde, aber neugierig auf Land, Leute und Schule. Am nächsten Tag haben wir die „Spojená škola Dominika Tatarku“ besucht, eine Schule mit deutscher Abteilung, in der wir viele Parallelen zu unserem Technischen Gymnasium entdeckt haben. Besonders spannend waren die Einblicke in das slowakische Schulsystem, in dem die Schulpflicht zehn Jahre dauert und Schülerinnen und Schüler früh verschiedene Bildungswege einschlagen können.


Im Informatikunterricht haben wir gemeinsam mit den slowakischen Jugendlichen daran gearbeitet, wie künstliche Intelligenz „denkt“, und anschließend eigene Videoprojekte rund um das Thema Digitalisierung erstellt.


Tag 3: Wandern und optische Täuschungen in der Hohen Tatra
Am dritten Tag sind wir mit der Bahn nach Starý Smokovec gefahren, einem Ort in der Hohen Tatra, der als Ausgangspunkt für viele Wanderungen dient. Trotz regnerischem Wetter haben wir eine Tour in den Bergen unternommen – der Blick auf die Tatra und die gemeinsame Zeit in der Gruppe haben für beste Stimmung gesorgt.


Am Nachmittag haben wir Tricklandia in Starý Smokovec besucht, eine Galerie für Trick-Art und optische Illusionen mit 24 Attraktionen auf 500 Quadratmetern, darunter antigravitative Räume, Augmented Reality und ein Spiegelkabinett. Viele Effekte sind mit digitaler Technik erzeugt worden – ideal für unsere Medien- und Gestaltungsklassen.


Tag 4: Industrie zum Anfassen – Besuch bei Chemosvit
Am vierten Tag sind wir nach Svit zum Unternehmen Chemosvit Folie gefahren, dem größten Betrieb der Chemosvit-Gruppe und einem der führenden Hersteller von flexiblen Verpackungsfolien in Mittel- und Osteuropa. Viele Folien und Verpackungen, die heute in deutschen Supermärkten hängen, sind hier produziert worden.
Im Werk haben wir gesehen, wie stark die Produktionsprozesse digitalisiert worden sind: von der Steuerung der Maschinen über Qualitätssicherung bis zur Logistik. Besonders spannend für unsere Gestaltungsklassen: Statt klassischem CMYK-Druck sind Druckwerke mit bis zu zehn Einzelfarben zum Einsatz gekommen – hier haben unsere Schülerinnen und Schüler aus Medientechnik, Mechatronik und Informationstechnik fachlich mitreden können.

Tag 5: Technik und Geschichte in Košice
Zum Abschluss sind wir nach Košice gefahren, die zweitgrößte Stadt der Slowakei mit eindrucksvoller Altstadt. An der dortigen Technischen Universität haben wir eine Fakultät besucht, an der unter anderem Bergbau, Geotechnik und Prozesssteuerung studiert werden – ein direkter Bezug zur Industriegeschichte der Ostslowakei.
Im Technikmuseum Košice haben die Schülerinnen und Schüler an Mitmach-Experimenten technische und physikalische Prinzipien selbst ausprobiert. Beim anschließenden Stadtbummel haben uns besonders der Dom der Heiligen Elisabeth, die größte Kirche der Slowakei, und der „singende Brunnen“ beeindruckt, dessen Wasserfontänen sich im Takt der Musik bewegen.

Zurück nach Bruchsal

Die Rückfahrt hat uns mit der Bahn von Poprad quer durch die Slowakei und Österreich zurück nach Bruchsal geführt – mit vollen Speicherkarten, vielen neuen Kontakten und einem spürbar erweiterten Blick auf Schule, Technik und Europa. Ein herzlicher Dank ist an unsere Partnerschule in Poprad, an alle beteiligten Lehrkräfte sowie an die Gastfamilien gegangen, die unsere Schülerinnen und Schüler so offen aufgenommen haben.
Erasmus+ hat für uns einmal mehr gezeigt: Lernen hört nicht an der Landesgrenze auf.