Balthasar Neumann (1687 - 1753): Der Namensträger unserer Schule

Zwei Fakten wirkten zusammen, um Balthasar Neumann zu dem einmaligen Baugeniewerden zu lassen: erstens sein eminentes mathematisch-technisches und künstlerisches Talent, das ihn in steilem Aufstieg vom einfachen Geschütz- und Glockengießer-, Feuerwerker- und Wasserbaulehrling zu einem der bedeutendsten Baumeister des 18. Jahrhunderts führte, zweitens sein Zusammentreffen mit den Vertretern der besonders baubegeisterten Familie Schönborn auf den Bischofssitzen Trier, Mainz, Speyer, Würzburg und Bamberg.

Geboren 1687 zu Eger wanderte der Geselle Balthasar Neumann 1711 bis Würzburg, wo er in einer einschlägigen Werkstatt seine vielseitigen Fähigkeiten zeigte. Ein Ingenieurhauptmann des Fürstbischofs wurde auf ihn aufmerksam und bewegte ihn dazu, in der Artillerieschule des Fürstbischofs die bautechnischen Wissenschaften mit den hierzu notwendigen Sprachen Latein, Italienisch und Französisch zu studieren. Als Leutnant der fürstlichen Leibkompanie nahm er unter Prinz Eugen am Feldzug nach Belgrad teil, worauf der Hofkriegsrat ihn nach Wien und Mailand holte; doch kehrte er treu zu seinem Förderer nach Würzburg zurück. Kurz darauf bestieg Philipp Franz v. Schönborn den Würzburger Bischofsstuhl und veranlaßte Balthasar Neumann zu Planungen für die neue Residenz; doch beorderte er ihn nach langen Beratungen zuerst nach Paris, wo er durch Vermittlung der Kardinäle Damian Hugo v. Schönborn und Rohan (Straßburg) seine Pläne den berühmten Architekten Boffrand und de Cotte vorlegen konnte. So wurde er allmählich gegen alle Widersacher zum Schöpfer des gewaltigen Residensbaues mit dem gigantischen Treppenhaus, das er flach überwölbte, wodurch es das größte Deckengemälde der Zeit des Venzianers Tiepolo aufnehmen konnte. Dazu kam eine Unmenge sakraler und profaner Bauvorhaben. Ich nenne nur Schloß Werneck, die Treppenhäuser der Schlösser Bruchsal und Brühl, die Peterskirche in Bruchsal, die Schönbornkapelle am Würzburger Dom, das Käppele in Würzburg, Kirchenbauten in Münsterschwarzach, Größweinstein, Vierzehnheiligen und Neresheim! Dazu kamen Festungs- und Wasserbauten und die Schaffung einer neuen Bauordnung für eine barocke Stadt Würzburg! Rastlos und unermüdlich tätig, stets auf beschwerlichen Reisen, starb der Artillerieoberst Balthasar Neumann am 19.August 1753. Nach einem fürstlichen Trauerkondukt wurde er mit höchsten militärischen Ehren in der Marienkapelle zu Würzburg beigesetzt. Mit seinen Tode endete auch das Zeitalter des rheinisch fränkischen Barocks.

Quelle: Festschrift zum 150jährigen Jubiläum der Gewerbeschulen in Bruchsal (Bertold Bechtel)

Stand: 11.11.2019

 

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